Was ist die Sozialbestattung

Von einer Sozialbestattung ist in Deutschland die Rede wenn die Voraussetzungen nach § 74 SGB XII vorliegen. Das heißt, das Bestattungspflichtige Hinterbliebene vorhanden sind, diese jedoch aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht für die Kosten einer Bestattung aufkommen können. Dies trifft vor allem Menschen mit geringem Einkommen , Rentner, derzeit Arbeitslose und auch viele erwerbsunfähige. Beständig hat die Zahl der Sozialbestattungen seit dem Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes durch die Krankenkassen zugenommen.

Bestattungspflichtige der Rangfolge nach sind:

  • 1. der Ehepartner
  • 2. die Kinder des Verstorbenen (sofern nicht minderjährig)
  • 3. die Eltern des Verstorbenen
  • 4. die Geschwister des Verstorbenen
  • 5. die Großeltern des Verstorbenen
  • 6. grundsätzlich vorrangig Bestattungspflichtig sind Erben

Die in der Rangfolge genannten Personen sind grundsätzlich zur Bestattung verpflichtet. Auch eine eventuelle Erbausschlagung entbindet von dieser Verpflichtung grundsätzlich nicht. Kümmert sich ein Bestattungspflichtiger nicht um die Bestattung oder verweigert er diese, so beauftragt das zuständige Ordnungs- oder Gesundheitsamt die notwendige Bestattung.

Alle anfallenden Kosten werden dann im Nachhinein über die zuständigen Behörde vom Bestattungspflichtigen zurückgefordert. Personen die nicht in einem der oben genannten Verwandtschaftsverhältnisse stehen haben auch kein Anrecht auf Übernahme der Bestattungskosten durch das Sozialamt. Sie sind auch nicht Bestattungspflichtig.

Was ist zu tun?

Sollten ihre finanziellen Mittel zur Bestattung eines Verwandten nicht ausreichen, müssen Sie sich mit ihrem zuständigen Sozialamt in Verbindung setzen. Dieses wird Ihnen alle Fragen bezüglich der weiteren Vorgehensweise schnellstens beantworten. Gern können Sie sich auch vertrauensvoll zunächst an uns wenden. Wir sind ihnen mit unserer Erfahrung bei allen weiteren Schritten behilflich, vereinbaren für sie einen Termin mit dem zuständigen Sachbearbeiter des Sozialamtes und Füllen mit Ihnen den Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten aus.

Ein Sterbefall kann absehbar sein, er kann aber auch plötzlich und unerwartet eintreten. Die Bestattungskultur steht Ihnen…

Welche Rechte habe ich?

Grundsätzlich sollte die Sozialbestattung in der Ausstattung nicht von einer regulären Bestattung im schlichten Rahmen unterschieden werden können. Sie dürfen frei entscheiden ob sie eine Erd- oder Feuerbestattung für ihren Hinterbliebenen wünschen. Sie dürfen den Bestatter ihres Vertrauend sowie den Friedhof frei auswählen. Lediglich das Krematorium kann der Sozialhilfeträger vorgeben. Auch das Recht auf Kostenübernahme für eine Trauerfeier steht ihnen ohne Ausnahme zu. Für die Beauftragung eines Bestattungs-Unternehmens sind Sie selbst verantwortlich. Hierfür bekommen sie eine Kostenübernahme-Erklärung vom Sozialamt.

Diese garantiert dem Bestattungsunternehmen in der Regel eine Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger. Mit dieser Kostenübernahme-Bescheinigung können Sie nun die Bestattungsangelegenheiten mit ihrem Bestatter frei vereinbaren. Weiterhin bekommen sie eine Kostenübernahme-Bescheinigung für den Friedhof und wenn benötigt auch für das Krematorium.